Das Smartphone als Zollhäuschen

Wer von Schweden aus durch die hügelige Landschaft entlang von Weiden, Kühen und Wäldern zur norwegischen Grenze fährt und diese auf einer der vielen kleinen Landstraßen überquert, den erwartet kein Grenzhäuschen mehr. Es reicht der eigenständige Griff in die Hosentasche zum Smartphone. Und das, obwohl beide Länder zwar Unterzeichner des Schengener Abkommens sind, Norwegen aber nicht Mitglied der Europäischen Union ist. Sowohl seinen privaten Alkohol- und Tabakvorrat wie auch gewerbliche Exporte von Spediteuren können Grenzgänger dem norwegischen Zollamt seit Sommer 2016 bequem elektronisch melden. Lange Staus mit hupenden Autofahrern, die in den norwegischen Sommerurlaub fahren, gibt es nicht mehr. Die Grenzbeamten kontrollieren lediglich stichprobenartig, aber selbst dann reicht es, das Handy mit dem Barcode-Beleg als Beweis aus dem Wagenfenster zu halten. Richtig durchsucht werden nur noch gewerbliche Spediteure, aber auch bei ihnen geht das, ohne die Fracht auszuladen: Der Lkw fährt in einen großen Scanner, der den Lastwagen durchleuchtet. Lässt sich keine Eintragung der Fracht in der Zoll-App feststellen, ruft das die norwegische Polizei auf den Plan. Mehr unter: https://www.heise.de/tr/artikel/Der-digitale-Vorhang-4282988.html