Shell

So wie eine Muschelschale ihr Inneres schützt, so schützt auch der Computer sein Inneres durch eine Schale. 

Wenn wir auf den tiefen Meeresgrund hinabtauchen, so erkennt man dort oft Austern, die sich an Felsen und Steinen anhaften. Doch die echte Auster sehen wir nur selten, wir können meistens nur ihre Schale (=Shell) erkennen. Die Shell sorgt dafür, dass das weiche Innere der Muschel geschützt bleibt, sie bietet eine feste Umgebung für die Auster. In der Informatik hat man den Begriff Shell gewählt, um die feste Umgebung einer Software zu beschreiben. Das ist bei Windows beispielsweise der blaue Hintergrunddesktop, wenn wir den Computer das allererste Mal starten. Der Desktop ist eine Shell mit graphischer Oberfläche. Wir können Farben und Formen auf der Shell wahrnehmen.

 

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Die Shell bietet der Software ein festes Gerüst.

 

Eine Shell gehört zu dem Betriebssystem eines Computers. Das eingebaute Betriebssystem setzt sich aus einer Vielzahl von geordneten Programmbefehlen zusammen, diese sorgen dafür, dass überhaupt eine Kommunikation zwischen der Hardware und der Software innerhalb eines Computers möglich ist. Die Shell, als Teil des Betriebssystems, fungiert dabei als oberste Dolmetscherin für einen verständlichen Dialog. Wer die vollen Kapazitäten der Shell als Dolmetscherin ausschöpfen möchte, und nicht nur an der graphischen Oberfläche kratzen will, muss eine Muschelschalenschicht tiefer gehen. Auf dieser tieferen Ebene gibt es keine anklickbaren Elemente. Hier existiert eine Shell-Schicht ohne bildhafte Benutzerinnenoberfläche. Alles, was wir den Computer tun lassen wollen, müssen wir in Form von Programmierbefehlen in die blinkende Kommandozeile eingeben. Deswegen heißen die Schichten befehlsorientierte Shells oder Command-Line Interfaces, kurz CLI oder Kommandozeilen-Shells. Das sind schwarze quadratische Fenster, in die man Buchstaben eingeben muss. Man kann es sich so vorstellen, als kommuniziere man durch diese Fenstern direkt mit der Auster. Für diese Shell existiert eine weitaus größere Anzahl von sprachlichen Befehlsmöglichkeiten als auf der höheren Ebene, auf der Befehle mit dem Mauszeiger angeklickt werden können. Kommandozeilen-Shells werden deswegen hauptsächlich von Webmastern und Administratorinnen genutzt.

 

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Kommandozeilen-Shell von Windows. Diese nennt sich Powershell.

 

Allgemein kann man sich eine Shell wie eine Gußform vorstellen, die die Befehle, die wir in die Kommandozeile eingeben, in eine adäquate Form gießt, damit die Hardware-Komponenten des Computers diese auch tatsächlich verstehen. Wenn sich man die Hardware als unermüdlich arbeitende Auster vorstellt, so ist die Shell die Umgebung, die sie davor schützt, keine genuschelten, unverständlichen Anfragen von außen zu erhalten. Denn die Arbeitsbefehle für eine Shell müssen in klar und deutliche Operatoren verpackt werden. Ansonsten reagiert der Computer nicht. Die Auster bleibt stumm.

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