Smart Grid

Smart Grid, das „intelligente Speichernetz“ bezeichnet die Digitalisierung der Energiebranche.

Dieses digitale Speichernetz ist ein wesentlicher Bestandteil des Internet of Things (IoT), besser gesagt Internet of Everything. Jeder materielle Gegenstand, den wir in der Hand halten oder anfassen können, ist mit dem Weltgedächtnis des Internets verknüpft. Das bedeutet, die Solarlampe neben dem Gartenweg ist an dasselbe Netz angebunden, in das auch die Offshore-Windräder an der brausenden schottischen Meeresküste Strom einspeisen.

Von Ökonom Jeremy Rifkin als „dritte industrielle Revolution“ betitelt, steht das intelligente Speichernetz für die Gleichberechtigung von kleinen und großen Stromerzeugerinnen. Smart Grid löst das Problem, das immer mehr größere und kleinere Kraftwerke auf dieser Welt vorhanden sind, die im gleichen Netz zusammenhängen, aber zu unterschiedlichen Uhrzeiten mal mehr, mal weniger Elektrizität erzeugen.

Ein Windrad produziert beispielsweise nur Energie, wenn der Wind weht, ein Wasserkraftwerk dagegen 24 Stunden pro Tag. In der Nähe des Wasserkraftwerkes steht somit massenhaft Strom zur Verfügung, viel mehr als die Haushalte der umliegenden Dorfbewohnerinnen wirklich brauchen. Anwohnerinnen, die hingegen neben Feldern mit  Windrädern wohnen, erhalten dagegen theoretisch nur genügend Strom, wenn Orkan Frederike vorbeizieht.

Aus diesem Grund bestimmen Algorithmen die Energieversorgung. Sie sorgen dafür, dass das Stromnetz nicht überbelastet oder unterbelastet ist.  Die algorithmischen Dirigenten steuern, welches Kraftwerk wieviel Energie dem allgemeinen Netz zur Verfügung stellt. Wenn die Solarzellen auf dem eigenen Hausdach über den Eigenbedarf hinaus Strom produzieren, können Privathaushalte diesen dem Smart Grid automatisch für die weitere Verteilung zur Verfügung stellen. Der Begriff Smart Grid steht somit für  mehr Effizienz. Diese Speichernetze koordinieren die maximale Kapazitätsauslastung des Stromnetz, von der Endverbraucherin bis zur Kraftwerksbetreiberin. Smart Grids geben zum Beispiel dem Wasserkraftwerk Bescheid, weniger Strom zu produzieren, wenn die Sonne scheint und die Solarzellen viel Energie erzeugen.

SmartGrid

 

Die „Ära der klugen Gitter“ steht für digitale Dezentralisierung der Energiebranche. Der Strom wird nicht mehr zentral von einem einzigen Kraftwerksbetreiber, z.B. einem großen Atomkraftwerk, zu vielen unterschiedlichen Haushalten gesandt, sondern viele Energieerzeugerinnen teilen sich den Strom untereinander. Smart Grid rüstet die konventionellen Stromleitungen damit zu einem „Info-Energie-Netz“ auf, in dem ständig Informationen dieser Mikro-Kraftwerke ausgetauscht werden.

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