Binärcode: Grundlagen

Daten (lat. „Das Gegebene“) sind Zeichen, die verschieden zusammengesetzt werden können. Daten treten fast immer nur in Herden auf. Aus diesem Grund haben wir im Sprachgebrauch das Singular von „Daten“ schon lange vergessen.

Der Computer arbeitet mit Zahlenzeichen. Das Faszinierende ist, dass sich wirklich jeder Vorgang im Computer sich mit Zahlen 0 und 1 ausdrücken lässt. Jedes Symbol lässt sich eindeutig wieder auf eine 0 oder eine 1 zurückführen.

In die Alltagswelt übertragen wäre das so, als würde aus unserer gesprochene Sprache jede Gestik und jeder Laut mit den Zahlen 0 oder 1 erklärt. Ein Grunzen wäre beispielsweise ein Grunzbyte 01110101. Ein kleiner kurzer Lacher könnte mit einem Bit ausgedrückt werden 10.

 

bits
So ein Bild erscheint in etwa, wenn man den Deckel eines Computers aufklappt: wahnwitzig viele Zahlenreihen in allen Geräten.

 

Um nicht mit unendliche vielen Zahlenreihen konfrontiert zu werden, hat man diese kategorisiert. Die Kategorie Bit bedeutet Binary digit („Binärziffer), sie besteht aus einer Zahl. Die Zahl ist 0 oder 1.

Spricht man von einem Bit, weiß man aber noch nicht, ob sich hinter dem Bit die Zahl 0 oder 1 versteckt. Je mehr Bits es gibt, umso mehr Möglichkeiten. Zwei Bits nacheinander könnten entweder die Zahlenfolge 01 enthalten. Sie könnten aber auch die Zahlenfolge 10 enthalten.

Die Kategory Byte besteht aus 8 Bits, also acht Zahlen. Und wenn wir ganz viele Nullen und Einsen in einer Reihe vor uns haben, sprechen wir von Megabyte (MB), das sind eine  Million Bits, eine Millionen Ziffern aus Einsen und Nullen. Ein Instagram-Selfie beispielsweise braucht circa 4 MB Speicherplatz. Dafür speichert das Smartphone vier Millionen mal 0 oder 1, auf einem Chip, der so groß ist wie ein Bierdeckel.

Nicht nur auf der Mikroebene werden Informationen in einen Binärcode eingeteilt. Das System der Wirtschaft und der Politik ist ebenfalls nach dem Binärcode aufgebaut. Der Soziologen Luhmann beschreibt die Funktion der Wirtschaft mit dem Code „zahlen/nicht zahlen“ und das System der Politik mit dem Code „Macht/Machtlosigkeit“. Mit diesem dualen Kategorien grenzt sich das System von der Umwelt ab und hält so seine Identität aufrecht. Dieses Vorgehen ähnelt dem in sich geschlossenen System des Computers, der – von seiner Umgebung isoliert – nur durch die duale Aufteilung „0/1“ arbeiten kann. Jedes dieser drei  geschlossenen Systeme (Computer, Politik, Wirtschaft) ist dabei als  „autopoeitisch“ charakterisiert. Autopoiesis bedeutet eine selbstreferentielle Arbeitsweise: das System erhält sich selbst und reformiert sich jedesmal aufs Neue, sei es durch Betriebssystemupdates oder den Mindestlohn.

 

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